Warum Sie den Duft bei manchen Sorten nicht wahrnehmen
Zunächst ist wichtig zu sagen, dass Ihr Eukalyptus gesund sein muss, damit er duftet. Weltweit gibt es viele Eukalyptusarten – einige enthalten ätherische Öle mit dem Hauptbestandteil Eukalyptol in stärkerer, andere in schwächerer Konzentration. Im Folgenden schauen wir uns an, woran das liegt.
Warum „duftet“ Eukalyptus oft nicht?
Bevor wir auf Herkunft und Arten eingehen, die den Duft beeinflussen, betrachten wir zuerst, warum selbst Eukalyptusarten, die aufgrund ihres Ursprungs eigentlich deutlich duften sollten, manchmal keinen Geruch entwickeln.
Das Problem der Massenproduktion
Hinter dieser „Duftlosigkeit“ steckt ganz einfach der Gesundheitszustand des jeweiligen Eukalyptus. Meist handelt es sich um Pflanzen, die Sie in Gartencentern oder Baumärkten kaufen können.
- Herkunft: Diese Eukalypten stammen häufig aus Ländern wie Frankreich, den Niederlanden, Italien oder Israel.
- Anbaumethode: Sie werden in riesigen Gewächshäusern in Millionenstückzahlen kultiviert und stark gedüngt – genauer gesagt überdüngt –, um ein möglichst schnelles Wachstum und einen schnellen Verkauf zu erreichen.
- Folge: Ein solcher Eukalyptus entwickelt sich weder natürlich noch gesund. Er wird zu einem massiven Wachstum der grünen Masse gezwungen, meist durch sehr hohe Düngergaben mit einem Überschuss an Stickstoff.
Der Eukalyptus wächst dadurch nicht in seinem natürlichen Tempo und verhält sich insgesamt unnatürlich. Ein deutliches Anzeichen dafür ist, dass das minderwertige Blattgewebe nicht richtig funktioniert und keine ätherischen Öle – insbesondere Eukalyptol, für das er bekannt ist – bilden kann.


Der Preis des schnellen Verkaufs
Obwohl Eukalyptus als eines der am schnellsten wachsenden Gehölze der Welt gilt, ist der Verkaufsdruck derselbe wie bei allem anderen. Der Preis dafür, dass sein natürliches Wachstum nicht respektiert wird, zeigt sich erst nach dem Verkauf an den Endkunden – also an Sie. Warum sollte sich also der Produzent oder Verkäufer darum kümmern?
Wie vermeiden Sie Enttäuschungen?
- Kaufen Sie Eukalyptus am besten bei lokalen Gärtnern oder Produzenten – ohne Stress durch lange Transportwege.
- Vermeiden Sie Eukalyptus aus ausländischen „Blumenfabriken“.
- Ziehen Sie Ihr eigenes Exemplar zu Hause selbst heran.
Einfluss von Herkunft und Evolution auf die Intensität der Duftstoffe
Schauen wir uns nun den Fall an, dass Sie vom Duft eines Eukalyptus nicht überwältigt werden – selbst dann nicht, wenn Sie ihn beispielsweise bei uns kaufen, wo wir uns bemühen, diese Pflanzen mit größtem Respekt und Fachwissen zu kultivieren.
Die Menge der ätherischen Öle – also die Intensität des Eukalyptusdufts – hängt von der jeweiligen Art und ihrem ursprünglichen natürlichen Lebensraum ab. Das liegt daran, dass die Bildung von Duftstoffen eine evolutionäre Anpassung jeder Eukalyptusart ist. Ätherische Öle dienen als Schutz vor Schädlingen und Fressfeinden. Stammt ein Eukalyptus aus einer Region, in der häufig Tiere vorkommen und ein Risiko durch Verbiss oder Insektenbefall besteht, entwickelt er feinere Blätter, einen schnelleren Stoffwechsel und produziert deutlich intensivere Duftstoffe – insbesondere Eukalyptol, das ihn vor Fraß schützt. Gleichzeitig handelt es sich meist um Gebiete mit milderem Klima, weshalb solche Eukalypten feinere, aromatischere Blätter ausbilden.
Eukalypten aus hochgelegenen Regionen enthalten dagegen nur geringe Mengen an ätherischen Ölen. Ihr Duft ist durch die dickere, wachsartige Blattstruktur abgeschwächt, die sie vor Schnee und eisigem Wind schützt. Dazu gehören vor allem sogenannte Snow Gums – Eukalyptusarten, die auf Hochebenen und in Gebirgsregionen wachsen. In diesen Höhenlagen ist auch der Druck durch Fressfeinde geringer. Zu diesen Arten zählen unter anderem die Gruppe Pauciflora und ihre Unterarten, Coccifera, Stellulata und weitere.
Das bedeutet jedoch nicht, dass diese „Schnee-Eukalypten“ gar nicht duften. Im Gegenteil – sie besitzen einen angenehmen, jedoch deutlich feineren Duft im Vergleich zu den Eukalypten aus Tieflagen, die für ihren starken, oft minzartigen Geruch bekannt sind.
Eukalypten aus warmen Tieflandregionen Australiens, Tasmaniens und Neuseelands produzieren hingegen deutlich mehr aromatische Stoffe und duften entsprechend intensiv. Dazu gehören Arten wie Cinerea, Parvula, Pulverulenta, Gunnii und seine Unterarten.
Auch hier gibt es jedoch Ausnahmen – so hat beispielsweise die Sorte Gunnii Azura durch Züchtung einen Teil ihrer aromatischen Eigenschaften verloren. Dennoch bleibt sie eine hervorragende und beliebte Sorte.

Zum Schluss
Unabhängig von ihrer Herkunft sind alle Eukalypten in gewissem Mass aromatisch. Wenn sie es nicht sind, dann liegt das wiederum ausschliesslich am Eingriff des Menschen in ihre natürliche Entwicklung.
Wir wünschen allen Eukalyptusbesitzern viel Freude an ihrer Schönheit und an ihren vielseitigen Einsatzmöglichkeiten – auch wenn sie vielleicht keine Stars der Aromatherapie oder von Sauna-Anwendungen werden, so bereichern sie doch Gärten und Dekorationen aller Art allein schon durch ihre besondere Ausstrahlung.
Quelle: Farma Dozelena




